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Im Andenken an Dr. Luc Isebaert, Brugge

Das Jahr geht zu Ende und wir denken zurück: Viele schöne, reiche Gedanken, aber auch traurige: Am 30. September 2019 ist Dr. Luc Isebart gestorben. Er war für uns und fürs wilob sehr wichtig. Er hat uns von Herzen unterstützt. Er hat uns geholfen. Er war ein Freund.

Wegen manchmal nur sechs TeilnehmerInnen ist er von Belgien für einen Workshop zu uns gekommen. Er hat uns an unserer ersten Tagung begleitet und diese wesentlich mitgestaltet. Und er war unser wichtiges Beiratsmitglied. Wie gerne denken wir z.B. daran zurück, als wir mit ihm im Sommer 2016 über sechs Tage lang Videoaufnahmen gemacht haben. Und das, obwohl er da schon krank war und seine Kräfte beschränkt waren. Es ging ihm dabei nie ums Geld – auch nicht um Ruhm. Sondern immer nur um die Sache. Diese Filmaufnahmen wurden so konzipiert, dass man eine Weiterbildung mit Luc und seinem reichen Wissen geniessen kann, auch wenn er nicht mehr unter uns ist. Gerne gewähren wir hier einen Einblick in dieses wertvolle Material:

Wir alle haben in ihm einen sehr grossen Menschen verloren, der ganz viel getan hat für den lösungsorientierten Ansatz. Wir sind sehr traurig, dass wir ihn nicht begleiten konnten auf seinem letzten Gang. Sein Grab würden wir gerne besuchen – von ihm würden wir uns sehr gerne persönlich verabschieden. Das letzte Mal, als wir ihn getroffen haben, lebte er in Frankreich und überlegte sich gerade, eines seiner wertvollen Pianos zu verkaufen, weil er sie nicht mehr zügeln wollte.

Danke Luc von Herzen für alles! Du hast uns reich beschenkt und wir werden immer an dich denken.

Gerne folgt hier ein weiteres (kürzeres) Video mit ihm, wo Luc darüber spricht, dass der Fokus darauf gerichtet werden soll, was der Klient will:

Und zum Schluss eine persönliche Sequenz mit Angela, die eine depressive Klientin spielt und von Luc eine Idee bekommt, was hilfreich sein könnte:

CURRICULUM VITAE

NAMES: Luc Maria Antoon Leo, Geboren: 22.05.41 in Zwevezele, Belgien, verheiratet mit Sophie Trépanier.

ACADEMIC DEGREE: M.D., University of Leuven, Belgien,1966 Facharzt für Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.

AUSBILDUNG IN DER PSYCHOTHERAPIE:

Daseinsanalyse (Existenzanalyse) bei Prof., Dr. Roland Kuhn, 1966-1968.

Psychoanalyse und psychoanalytische Therapie an der Belgischen Schule für Psychoanalyse (Lacan) bei Prof. Dr. Jacques Schotte, 1972-1976.

Gestalttherapie an der Niederländischen Schule für Gestalttherapie, mit Nel In’t Veld, 1975-1977.

Systemische Therapie am Leuvener Institut für Systemorientierte Therapie, 1978-1980.

Hypnotherapie am Milton H. Erickson Institut von Flandern, mit u.a. Jeff Zeig, Ernest Rossi, Stephen Gilligan, Yvonne Dolan.

1983 Begründer des Brügge Modells der kognitiven und systemischen lösungsorientierten Therapie.

Langjähriger Direktor von Korzybski International und Leiter des Lehrkörpers des Korzybski Instituts Brügge (Lehrinstitut für lösungsorientierte Therapie, seit 1984).

Ehemaliger Leiter der Abteilung für Psychiatrie und Psychosomatik, St. John’s Hospital, Brügge.

POSITIONEN IN WISSENSCHAFTLICHEN GESELLSCHAFTEN:

1. Gründungsmitglied und ehemaliger Sekretär der A.E.R.T.S. (Association Européenne pour la Recherche en Thérapie Systemique)

2. Gründungsmitglied und ehemaliger Sekretär und Präsident der E.B.T.A. (European Brief Therapy Association)

3. Mitglied der E.F.T.A. (Europäische Vereinigung für Familientherapie)

4. Mitglied der IFTA (International Family Therapy Association)

 5. Mitglied der Königlichen Gesellschaft für Psychiatrie von Belgien

6. Mitglied des BVRGS (Belgische Gesellschaft für relationale, systemische und familiäre Interventionen)

7. Gründungsmitglied und Sekretär der AFACC (Association Francophone pour les Approches Centrées sur les Compétences)

8. Gründungsmitglied des VVDO (Belgischer Verband lösungsorientierter Therapeuten)

9. Gründungssekretär des IASTI (Internationale Allianz lösungsorientierter Lehrinstitute)

10. Gründungsmitglied des belgischen Verbandes der Ausbilder für systemische Familientherapie (Belgian Association of Systemic Family Therapy Trainers)

WISSENSCHAFTLICHE AUSZEICHNUNGEN:

2004: SFBTA (Solution Focused Brief Therapy Association): „Für seine Pionierarbeit in der lösungsorientierten Kurztherapie zur Erforschung und Behandlung des problematischen Trinkens“ 2013: EBTA (Europäischer Verband für Kurzzeittherapie): „Für seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie zur Erforschung und Behandlung von Trinkproblemen“ 2013: „Lifetime Achievement Award für seine Rolle bei der Entwicklung der lösungsfokussierten Kurztherapie“.

Ausgewählte PUBLIKATIONEN (nicht vollständig):

1. Inzest. (mit Theo Compernolle, Hrsg.). 1986. ACCO, Leuven, Belgien

2. Pour une thérapie brève: Le libre choix du patient comme éthique en psychothérapie. (mit Marie-Christine Cabié). 1997. Hrsg. ERES, Ramonville-St-Agne, Frankreich

3. Das Brügger Modell. In: (H. Doerring-Meyer,Hrsg.): Lösungsorientiert/ Ressourcenorientiert. 1998. Hrsg. Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen, Deutschland.

4. Drink Wijzer. (mit Jean-Pierre Dumoulin). 2000. Hrsg. Van Haelewyck, Leuven, Belgien.

5. Lösungsfokussierte Therapie bei Zwangsstörungen. In: Berg, I.K. & Dolan, Y. : Tales of Solutions. 2001. W.W. Norton, New York.

6. Kurzzeittherapie: ein praktisches Handbuch. Die gesundheitsorientierte kognitive Therapie. 2004. Hrsg. Thieme Verlag, Stuttgart, Deutschland.