Jährlich absolvieren rund 180’000 Menschen in Deutschland eine psychosomatische Rehabilitationsbehandlung. Der Schritt zurück in den Alltag ist jedoch entscheidend: Wie gelingt es, gute Vorsätze nachhaltig umzusetzen?
Unser wilob-Dozent Dieter Olbrich zeigt in seinem neuen Praxisbuch, warum die ressourcenorientierte Gruppentherapie mit dem Zürcher Ressourcenmodell® (ZRM) der absolute Goldstandard in der Reha-Nachsorge ist – und wie Therapeut:innen wie Patient:innen gleichermassen davon profitieren.
Die Lücke im System: Warum Nachsorge neue Impulse braucht
Seit über 20 Jahren ist die Wirksamkeit der psychosomatischen Reha-Nachsorge wissenschaftlich belegt. Trotzdem wird das Angebot (meist ein Kontingent von 25 Gruppensitzungen) noch immer viel zu selten genutzt. Während die Deutsche Rentenversicherung (DRV) allgemeine Rahmenkonzepte vorgibt, fehlte es in der Praxis bislang an konkret abgestimmten Weiterbildungskonzepten und praxisnahen Leitfäden. Diese Lücke schliesst Dieter Olbrich mit seinem neu erschienenen Fachbuch: «Praxisbuch der ressourcenorientierten psychosomatischen Reha-Nachsorge. Gruppe – Was sonst» (Verlag Dr. Kovač, 2026).
Warum das ZRM® perfekt in die Gruppentherapie passt
Das Zürcher Ressourcenmodell® (ZRM) – entwickelt von Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause an der Universität Zürich – ist ein wissenschaftlich fundiertes Selbstmanagement-Training. Ursprünglich für nicht-klinische Kontexte entwickelt, erweist es sich in der Reha-Nachsorge als hochwirksames, störungsunspezifisches und universell einsetzbares Konzept. Dieter Olbrich veranschaulicht auf 170 Seiten, wie die Methode in halb-offenen Reha-Gruppen gewinnbringend eingesetzt werden kann:
- Fokus auf Ressourcen statt Defizite: Statt Symptome zu analysieren, aktivieren die Teilnehmerinnen eigene Potenziale und entwickeln motivierende Haltungskennzeichen.
- Gelebte Selbstwirksamkeit: Durch die Dynamik und das Feedback in der Gruppe erfahren Patienten eine besondere Dichte und Intensität im Entwicklungsprozess.
- Sicherer Transfer in den Alltag: Die phasenorientierte ZRM-Arbeit begleitet die Teilnehmenden Schritt für Schritt dabei, Vorsätze auch unter Stress aufrechtzuerhalten.
Praxisnah, ermutigend und voller Anwendungsbeispiele
Das Buch besticht durch eine erfrischende Mischung aus wissenschaftlichen Grundlagen, praktischen Tipps zu formalen Abläufen (wie Antragstellung und Kontingente) und lebendigen Fallvignetten. Olbrich nimmt kein Blatt vor den Mund und teilt auch eigene Lernprozesse und Erfahrungswerte aus Jahrzehnten der Gruppenarbeit. Neben dem «Goldstandard» der Präsenz-Gruppentherapie beleuchtet der Autor mit der digitalen Nachsorge (z. B. via DE-RENA App) auch flexible Alternativen für Patient:innen, die nicht an regelmässigen Gruppenterminen vor Ort teilnehmen können.
Fazit & Buchempfehlung
Das Praxisbuch ist eine inspirierende Lektüre für
- Therapeut:innen, die Lust auf lebendige, ressourcenorientierte Gruppenarbeit bekommen möchten.
- Fachkräfte & Einsteiger:innen, die konkrete Werkzeuge für den Praxisalltag suchen.
- Interessierte Klient:innen, die verstehen wollen, wie Nachsorgegruppen wirken und welcher persönliche Gewinn darin liegt.
Mehr Gruppe wagen – es lohnt sich!
Buchdetails:
- Titel: Praxisbuch der ressourcenorientierten psychosomatischen Reha-Nachsorge. Gruppe – Was sonst
- Autor: Dieter Olbrich
- Verlag: Verlag Dr. Kovač, Hamburg (2026)
- Umfang: 170 Seiten
- ISBN: 978-3-339-14942-8
«In den Fallbeispielen werden das methodische Vorgehen und die relevanten Rahmenbedingungen so anschaulich beschrieben, dass Gruppenpsychotherapeutinnen auch ohne fundierte ZRM-Vorerfahrung einzelne Übungen direkt in ihren eigenen Gruppenalltag integrieren können.»— Dr. Gabriele Krause (TU Braunschweig) in ihrer Rezension zum Buch. Hier geht es zur Rezension.
Möchten Sie das Zürcher Ressourcenmodell® (ZRM) selbst erlernen oder Ihre Kenntnisse in der ressourcenorientierten Beratung vertiefen? Wir bieten seit Jahren verschiedene ZRM® Kurse am wilob an!