Startdatum
03.02.2028Anmeldeschluss
31.12.2027Dozent/in
Kosten
CHF 1800Termine
09.00 - 12.30 Uhr und 13.45 - 16.45 Uhr (am letzten Tag bis 15.45 Uhr)Ort
LenzburgInhalte
Multisensorische Verfahren gelten in der modernen Traumatherapie als hochwirksam und neurobiologisch fundiert. Auf Basis der Prozess- und Embodimentfokussierten Psychologie (PEP® nach Dr. Michael Bohne) entwickelte die Dozentin Anke Nottelmann ein systematisches Klopfprocedere für komplexe Traumafolgen, dissoziative Phänomene und komplexe Thematiken, das „Klopfen mit dem System“. Ein Phänomen und Prozess orientierten Teilekonzept und eine konsequent systemische Sichtweise wird darin mit einbezogen. Dieses Vorgehen ermöglicht einen spielerischen Zugang und Kontaktaufnahme mit allen Systemebenen – ein multisensorischer systemischer Tanz entsteht. Unbewusste konflikthafte Systemdynamiken und belastende Affekte wie beispielsweise Scham und Schuldgefühle lassen sich so erstaunlich zügig in den Prozess bringen.
Zentrales Element ist die Grundhaltung der Potentialorientierten Traumatherapie, dass jeder Mensch – jenseits belastender biografischer Erfahrungen – über die Fähigkeit zur Resilienz und Entfaltung seines inneren Potentials verfügt. Diese Haltung würdigt das erlebte Leid, verzichtet jedoch bewusst auf Pathologisierungen und Zuschreibungen. Gepaart mit Leichtigkeit, Zuversicht und wertschätzendem Humor wirkt diese Haltung auch als kraftvolles Antidot gegen traumatypische Übertragungsphänomene.
Die Weiterbildung ist in zwei Blöcke à drei Tage gegliedert:
Block 1 – Grundlagen und Einführung in das Klopfverfahren bei komplexen Traumafolgen
- Überblick über die theoretischen Grundlagen komplexer Traumafolgen und dissoziativer Phänomene
- Haltung und Prinzipien der Potentialorientierten Traumatherapie
- Traumaspezifische Übertragungsdynamik
- Allgemeine Einführung in das Klopfprocedere
- Stärkung des erwachsenen Ichs, der „Gegenwartsanker“
- Phänomen und Prozess orientierter Einbezug des Gesamtsystems
- Anwendung des Klopfprocederes zur Affektberuhigung und emotionalen Stressreduktion
- Reorientierung bei Dissoziationsneigung
- Transformation von parafunktionalen Glaubenssätzen sowie Beziehungs- und Selbstbeziehungsmustern
- Transformation von Lösungsblockaden nach Bohne
Block 2 – Klopfen mit Ego-States und Traumaintegration
- Anwendung des Klopf-Protokolls zur Traumaintegration
- Umgang mit Dissoziation und phobischer Abwehr von Ich-Zuständen
- Besonderheiten der Klopfbehandlung mit Ich-Zuständen: Indikationen und Kontraindikationen
- Behandlung von Scham und Schuld und inneren Vorwürfen
- Spezifische Klopfszenarien bei Selbstverletzung
- Traumaverarbeitung mit traumanahen Ich-Zuständen
Ziele
- Einführung in das Potentialorientierte Therapiekonzept und dessen Umsetzung mit dem Klopfverfahren
- Erlernen und Anwenden von Interventionen zur Begleitung komplex traumatisierter Menschen
- Praktische Umsetzung der Haltung in der Prozessbegleitung unter besonderer Berücksichtigung von Ego-States
- Vertiefung theoretischer Grundlagen zu Dissoziation und komplexer Traumafolgesymptomatik
Methodik
- Theoretische Inputs
- Praktische Demonstrationen
- Geleitete Übungen in Kleingruppen
- Reflexion und Selbsterfahrung
Fallbeispiele aus Therapie, Beratung und Coaching
Zielgruppe
Diese Weiterbildung richtet sich an Fachpersonen aus Psychotherapie, Beratung und Coaching, die mit komplex traumatisierten Klient:innen arbeiten. Er eignet sich besonders für Menschen mit Vorerfahrung in ressourcen- oder körperorientierter Arbeit und beinhaltet einen hohen Selbsterfahrungsanteil.
Für die Teilnahme sind eine vorherige traumaspezifische Fortbildung und Ego-State-Vorkenntnisse empfehlenswert.
Dozent/in
Zertifizierung
Alle Teilnehmenden erhalten eine Weiterbildungsbestätigung der wilob AG.
Termine
Block 1: 03.-05.02.2028
Block 2: 27.-29.04.2028