Startdatum
01.06.2027Anmeldeschluss
30.04.2027Dozent/in
Kosten
CHF 600Termine
09.00 - 12.30 Uhr und 13.45 - 16.45 Uhr (am letzten Tag bis 15.45 Uhr)Ort
LenzburgInhalte
Ob Gaming, Social Media oder Streaming – exzessiver Medienkonsum sorgt in Familien und Partnerschaften zunehmend für heftige Dynamiken. In der beraterischen und therapeutischen Praxis geraten wir dabei schnell in eine Sackgasse, wenn wir das Phänomen rein defizit- oder problemorientiert betrachten.
Dieses Fachseminar lädt Sie zu einem Perspektivenwechsel ein: Wir betrachten Mediensucht konsequent durch die systemische Brille – als einen oft genialen, wenn auch dysfunktionalen Versuch der Lebensbewältigungsstrategie. Statt in die „Problem-Trance“ zu verfallen, lenken wir den Blick auf die Sinnhaftigkeit der Symptomatik im Gesamtsystem und aktivieren die verborgenen Kompetenzen aller Beteiligten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der spezifischen Dynamik bei Frauen sowie der wirksamen Begleitung von Eltern und Angehörigen.
Inhalte des Seminars
Phänomenologie & Diagnostik: Was ist „Internetnutzungsstörung“ wirklich? Wissenschaftliche Updates unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede (z. B. Mediensucht bei Frauen).
Die systemische Sinnanalyse: Medienkonsum als Lösungsversuch und Bewältigungsstrategie für zugrundeliegende Entwicklungsaufgaben oder Systemkonflikte.
Eltern- und Angehörigenarbeit: Wie wir Eltern aus der Hilflosigkeit und Vorwurfshaltung holen und sie wieder in ihre elterliche Präsenz und Handlungsfähigkeit bringen.
Interdisziplinäre Schnittstellen: Wo greifen rein systemische Ansätze, und wo ist die Verknüpfung mit medizinischen oder verhaltenstherapeutischen Modellen sinnvoll?
Ziele
Nach diesem Seminar…
verstehen Sie die Dynamiken hinter problematischer Mediennutzung und können diese systemisch einordnen.
verfügen Sie über konkrete, praxiserprobte Interventionen für die Arbeit mit Betroffenen und deren Herkunftssystemen.
sind Sie in der Lage, Elterngespräche deeskalierend, allparteilich und ressourcenfokussiert zu leiten.
haben Sie Ihren therapeutischen Werkzeugkoffer um kreative Methoden erweitert, die den „Sinn des Symptoms“ nutzbar machen.
Methodik
Wir arbeiten lebendig, praxisnah und erfahrungsorientiert:
Theoretische Inputs (Verbindung von aktueller Forschung und Praxis)
Fallarbeit und Live-Genogrammanalysen (gerne auch mit Ihren eigenen Praxisfällen)
Kleingruppenarbeit und Rollenspiele zur Erprobung spezifischer Fragetechniken
Systemische Aufstellungselemente zur Visualisierung von „Mensch-Medien-Beziehungen“
Dozent/in
Zertifizierung
Alle Kursteilnehmer:innen erhalten eine Kursbestätigung der wilob AG.
Termine
01./02.06.2027